1863 wurde das erste Cliff House am Point Lobos errichtet. Nachdem es 1894 durch ein Feuer völlig zerstört wurde, baute es Adolph Sutro in 1896 im Stile eines französischen Chateaus wieder auf. Es hatte acht Stockwerke und einen 200 Fuss über dem Meeresspiegel liegenden Observation Tower. Das prächtige Chateau wurde in 1907 jedoch abermals von einem verheerenden Brand vernichtet und schliesslich in 1909 von Sutro's Tochter Emma im neoklassischen Stil neu errichtet.
Das Cliff House im Stile eines französischen Chateau war wohl das anmutigste in der wechselvollen Geschichte dieses Bauwerks oben am Point Lobos an den schroff abfallenden Klippen mit wunderschönen Blick auf den weiten Pazifik. Die Familie Sutro verkaufte das Cliff House schliesslich in 1952 an George Whitney, der viele Veränderungen vornahm, bis das Gebäude abermals den Besitzer wechselte und heute vom National Park Service geführt wird. Das Cliff House hat dank seiner einzigartigen Lage nichts von seinem Charme verloren. Nachdem es in Armistead Maupin's "Stadtgeschichten" Erwähnung fand, war ich neugierig und wollte es mit eigenen Augen sehen.
Es hat mich nur 35 Minuten gekostet mit dem Bus Linie 5 ab Market Street zum Ocean Beach zu gelangen. Unfassbar, wenn ich bedenke in dieser Zeit von der Hektik der Innenstadt ins Paradies zu gelangen. Mich erwartet ein kilometerlanger, breiter Sandstrand und ein tosendes Meer. An der Strandpromenade biege ich jedoch gleich nach rechts ab Richtung Cliff House, das nur einige Minuten Fussweg entfernt auf einer kleinen Anhöhe liegt. Die Aussenfassade ringt mir einen mitleidigen Blick ab, denn gemessen an der früheren Pracht, wirkt das Gebäude heute, als ob sich keiner mehr darum sorgt. Müde, lieb- und stillos klebt es an den Klippen. Im Eingangsbereich angekommen, werde ich jedoch mit der frohen Botschaft konfrontiert, dass das Cliff House derzeit für 14 Millionen Dollar in ein modernes Gebäude umgewandelt wird und im Sommer 2004 fertiggestellt sein soll. An die neue Archtiktur muss ich mich erst gewöhnen, denn insgeheim hoffte ich noch immer darauf, es würde wieder im französischen Stil errichtet, den ich so gern mag. Ein Besuch lohnt sich dennoch, denn trotz der Umbauarbeiten sind der Gift Shop und Teile des Restaurants weiterhin geöffnet. Darüber hinaus haben Sie vom Cliff House einen wundervollen Blick auf den weitläufigen Strand. Jetzt am Nachmittag brechen sogar die Wolken auf. Nachdem ich im Giftshop herum gestöbert habe, spaziere ich also hinunter ans Wasser und beginne wie so oft meine Suche nach unbeschädigten Sanddollars, die täglich an Land gespült werden. Aber leider sind wieder nur zerbrochene Teile auffindbar. Ich sollte Uwe's Rat folgen und einmal sehr früh an den Strand fahren, wenn die Chinesen noch nicht alle Sanddollars für ihre Souvenirläden eingesammelt haben...

Der tolle Strand und ganz hinten das Cliff House - mehr
Infos unter www.cliffhouse.com