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Lucky LukePork Store Cafe (ehemals Bitterroot)
Die leckersten chicken sausages
von Uwe Kratzmaier

Wir beginnen den Tag an einem strahlenden Mittsommernachmittag im Mission District in San Francisco, an der Ecke Valencia und 16th, um genauer zu sein. Ein typischer Wochentag : Leute beim Einkauf, Besorgungen erledigen, spazieren, fahren Skateboards, Motorräder, Rollschuhe und Rollstühle, Fussgänger und Obdachlose, die auf den Gehsteigen schlafen. Die Ecke Mission und 16th ist nur einen Block entfernt und auch heute noch nicht sehr empfehlenswert für Besucher.

Mexikanische Großfamilien, die den Großteil der Bewohner der Mission darstellen, bevölkern die Gehsteige, bunte Farben und Wandgemälde beleben das Straßenbild. Nur ein Dutzend Blöcke südlich der Market St. befinden wir uns in Südamerika...
Dazwischen immer wieder die anderen Gesichter, weisse, schwarze, braune, asiatische, persische, russische, europäische, was für ein grandioser Schmelztigel diese Stadt doch ist...
Wir schlendern die 16th hoch, vorbei an einem Lebensmittel- und Gemüsemarkt, einem französischen Crepe Restaurant, schon sehen wir Tische und Stühle auf dem Gehsteig, das Ziel unserer Suche und die Erlösung für unsere knurrenden Mägen:
Das Pork Store Cafe, nennt sich ganz schlicht und einfach "an american restaurant", und das ist wahrlich keine Übertreibung. Gleich am Eingang steht eine rote Lack-Couch, wie sie in Amerika in den 60ern schick war (und in den oberen, "sündigen" Etagen bestimmter Saloons einhundert Jahre zuvor), am Ende der Couch steht ein Holzfass, ganz Wild West Stil, keine weiteren Fragen..
Ein großes Schild ermahnt uns: "please wait to be seated", das heißt, dass es in Amerika einer Kriegserklärung gleichkommt, sich ungefragt an einen Tisch im Restaurant oder Cafe zu setzen, schon gar nicht, wenn da schon Leute sitzen, unvorstellbar, auch wenn der Laden brechend voll ist...
Sofort taucht eine freundlich lächelnde junge Dame aus der relativen Dunkelheit des Cafes auf und fragt uns hochentzückt, wie es uns heute geht und wie unser Tag bisher verlaufen ist, versichert sich, dass nur wir beide ein lauschiges Plätzchen suchen und nicht noch andere hinzukommen werden...
Sie bittet uns an einen kleinen Tisch vor dem großen Fenster mit Blick auf das Treiben der 16th; natürlich zaubert sie, wie hier so üblich, sofort zwei eisgekühlte Gläser Wasser aus dem Nichts und fragt uns, ob wir Kaffee möchten (nachmittags um drei, das macht aber keinen Unterschied hier).
Die Speisekarte spiegelt die ethnische Vielfalt der Nachbarschaft wieder: Das überproportionierte und gleichwegs köstliche all-american breakfast mit Eiern, Schinken, Würstchen, Bratkartoffeln, Pfannkuchen, Müsli und Marmelade, Käse und Milch, Orangensaft und Unmengen Kaffee. Ich kann Ihnen sagen, die Amerikaner kennen keine Gnade, wenn es um das Frühstück geht, yummy...
Sehr zu empfehlen auch ein eisgekühlter Mimosa, eine Mischung aus Sekt und Orangensaft. Wer es mag, Huevos Ranchos und Enchiladas und andere Frühstückshäppchen der spanisch sprechenden Bevölkerung. Natürlich burgers und fish and chips und andere Spezialitäten. Selbstverständlich eine Sektion für die Vegetarier (this is San Francisco, remember?)


Die Ausstattung und das Ambiente sind klassisch: Eine lange Bar im Saloon-Stil, von der Decke hängen eingedellte Goldwaschpfannen, verrostete Kaffekannen, die bestimmt über unzähligen Lagerfeuern hingen während der monatelangen cattle trails, primitive Steinschloßgewehre der ersten Siedler, ebenso primitive Gartengeräte, Zeugen der Zähmung eines wilden Kontinents.
Eine große, antike Landkarte, die das Cafe dominiert: Nordamerika zur Zeit des Goldrausches, ohne das heutige Netz der Staatsgrenzen, eine Zeit der Gesetzlosigkeit, des schnellen Geldes und der tödlichen Revolverduelle, John Wayne läßt grüßen...Eingerahmt ist die Karte von vergilbten Gemälden, die die Zeit symbolisieren und verständlich machen: eine pueblo Stadt der indianischen Ureinwohner, die sich schattensuchend unter eine Felsenklippe schmiegt...
Der Pony-Express Reiter, der nach 20 Stunden wilden Ritts auf dem Rücken seines Pferdes schläft, um ein paar Ledersäcke gefüllt mit Briefen und Dokumenten durch diese endlose Weite zu befördern...Namenlose Goldsucher am Sacramento river oder vielleicht am Yukon, die Hab und Gut zurückließen, um sich in den Goldrausch zu stürzen...
Vergessen Sie nicht, dass der Grund und Boden in San Francisco's Financial District etwa ab Market st./4th street bis zum Embarcadero und der Bay aus "Landfill" besteht, künstlich aufgeschüttete Steine, Bauschutt, Erde und natürlich die vielen vergessenen Holzschiffe, die von ihrer Besatzung und Offizieren Richtung Goldrausch verlassen wurden. Noch mehr Szenen aus der Pionierzeit, links und rechts neben der Karte alte Fotografien: Ein graubärtiger Siedler mit einer alten Flinte und einer Steinschloßpistole im Gürtel, ein etwas moderner schwarzer Cowboy, ca. Goldgräberzeit, selbstverständlich fehlen die zwei Revolver im Gürtel nicht und der einschüchternde Blick...
Das Schaufelrad-Dampfschiff, das die Küsten dominierte, Szenen aus dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn, die das Land vereinte. Büffel und andere ehemalige Bewohner der großen Prärie...

Und dann erscheint das Frühstück, langersehnt und herrlich duftend, alles andere ist plötzlich zweitrangig und momentan vergessen und wir machen uns über die riesigen Portionen her, chicken apple sausages (ich weiß, Würste, die aus Hühnerfleisch und Apfelstücken hergestellt sind, erscheinen suspekt in der deutschen Welt, aber probieren sie die mal aus, dann reden wir weiter...), Bratkartoffeln, die mit glasierten Zwiebeln und Paprika beladen sind, Spiegeleier und Toast...alles perfekt zubereitet und arrangiert, Orangensaft und Kaffee und unsere Bedienung, die alle fünf Minuten vorbeihuscht und strahlend nachfragt, ob alles nach unseren Wünschen ist und ob wir vielleicht doch noch ein Tässchen Kaffee haben wollen.
*Uwe's Knigge* zum Thema Trinkgeld: Vergessen Sie das bitte nicht, die Bartender und Bedienungen hier verdienen ihre größtmögliche Großzügigkeit.

Was für ein perfektes Nachmittags-Brunch/Frühstück und die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel. Vielleicht beenden wir diesen Tag noch mit einem ausgedehnten Spaziergang am Ocean Beach, vielleicht aber auch nicht, denn es ist durchaus möglich, dass die Mission einen strahlend-sonnigen Nachmittag genießt und zur selben Zeit die Avenues Richtung Meer, Nebel und peitschende Winde erdulden und die Bewohner ihre Heizungen hochdrehen müssen.
crazy City, isn't it..

Pork Store Cafe: 3122 16th St. @ Valencia, phone: 415.626.5523
brunch hours:
Monday - Friday 9 am - 4 pm, Saturday & Sunday 8 am - 4 pm
dinner hours:
Tuesday - Thursday 6 - 10 pm, Friday & Saturday 6 - 11 pm



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