San Francisco Reiseführer

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Geldwäsche in San Francisco
von Uwe Kratzmaier

Unsere heutige Story beginnt in einer vergangenen Epoche unserer geliebten Stadt, einer Zeit, als Internet oder WiFi oder Hybrid Autos oder bemannte Raumfahrt nur in Science Fiction Romanen existierten. Dies war eine stilvolle und glamouröse Zeit, als der Einkaufstrip noch ein soziales Ereignis war, wo man seinen neuen Wagen präsentieren würde oder seinen neuen extravaganten Hut zum ersten Mal ausführte: In den dreissiger Jahren, als man sich noch schick machte, um ins Macy's zu gehen und danach in die Oper oder ins Theater in Downtown.

Der damalige Besitzer und Hotelier des pompösen und geschichtsträchtigen Westin St. Francis Hotel am Union Square hatte mit Entsetzen beobachtet, wie die Geldmünzen die weissen Handschuhe der eleganten weiblichen Gäste verunreinigten und entschied sich, einen neuen und kostenlosen Service anzubieten:

Geldwäsche, aber nicht die illegale Art und Weise.

Der Service wurde von anderen Hotels kopiert, aber das St. Francis ist heute das einzige verbliebene Hotel in San Francisco, dass seit 1938 verrostete oder schmutzige Pennies, Nickels, Dimes, Quarters und Dollarmünzen wieder zum Glänzen bringt. In einem winzigen, fensterlosen Raum, tief in den Gewölben des St. Francis, wäscht Rob Holsen seit 20 Jahren legal Geld. Er nimmt an, dass in dieser Zeit etwa 1.3 Millionen Dollar in Münzgeld durch seine Hände gelaufen sind.



Die schmutzigen Münzen werden dreimal die Woche in einem silbernen Polierer gesammelt. Wasser, Schmierseife und Schrotkugeln, die den Schmutz losbrechen, werden dazu geschüttet und dann wird der Polierer drei Stundenn lang geschwenkt wie eine Goldpfanne. Danach wird die silberne Schüssel über einer perforierten Platte ausgeschüttet, die das Wasser und die Schrotkugeln durchfiltert. Die schimmernden Münzen werden dann auf einem weichen Tuch unter Hitzelampen ausgebreitet und auf Qualität und Sauberkeit inspiziert. Unbrauchbare, verbogene Münzen, sowie Münzen in anderen Währungen, die irgendwie in den Umlauf geraten sind, werden entfernt. Nach der Inspektion werden die Münzen in Papierrollen aufgewickelt und dann gehen sie zurück zu den vielen Cash Kassen im Hotel oder den zugehörigen Restaurants.



Der Mann, der vor Rob Holsen diese Tradition mit viel Liebe 31 Jahre lang fortführte, gilt als geschichtsträchtige Figur und wurde 1993, als er die Waschpfanne endgültig an den Nagel hängte, vom damaligen Bürgermeister Frank Jordan mit einem Gedenktag geehrt. Arnold Batlinger war ein wohlbekannter und-geliebter Angestellter des Hotels und es wird ihm nachgesagt, dass er zwischen 1962 und 1993 über 14 Millionen Dollar in Münzen von matt bis schmutzig zu neuem Glanz und neuer Würde verhalf. Er verstarb 1995, aber noch bis zum heutigen Tage legen die Angestellten des Hotels jedes Jahr an seinem Geburtstag um 11 Uhr vormittags eine Pause ein und gedenken mit einem Glas Sekt und einem Stück Kuchen dieses berühmtesten Geldwäschers von San Francisco. "Es gab eine Zeit", lamentiert Rob Holsen, "als ein Taxifahrer, nachdem er sein Wechselgeld erhalten hatte, den Kunden fragte: Wie war ihr Aufenthalt im Saint Francis?"







Filmtipp

Tales of the City Tales of the
City
[VHS] mit Olympia Dukakis

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